

Herzrhythmusstörungen: Vorkommen:
Auch völlig gesunde Menschen haben häufig Herzrhythmusstörungen. Teilweise bemerken sie diese unregelmäßigen Schläge, teilweise werden sie aber auch nur zufällig entdeckt.
Erkrankungen des Herzens wie Myokardinfarkt, degenerative
Veränderungen wie sie durch Diabetes mellitus oder einen
langjährigen Hypertonus bedingt sein können werden neben
Medikamenten, Vergiftungen oder Infektionen für das Auftreten von
Herzrhythmusstörungen verantwortlich gemacht.
Dies führt letztlich dazu, dass Herzrhythmusstörungen weit
verbreitet sind.
Wo entstehen Herzrhythmusstörungen?
Das menschliche Herz hat neben den Muskelzellen, die ja die eigentliche Pumpleistung erbringen müssen, Nervenzellen, die zu dem so genannten Reizleitungssystem zusammengeschlossen sind. Sinn dieser Einrichtung ist ein geregelter Erregungsablauf aller an der Herzarbeit beteiligter Muskelzellen. Dabei gibt es eine Hierarchie verschiedener Erregungszentren. Man unterscheidet den Sinusknoten, welcher gewissermaßen die höchste Priorität hat und normalerweise den Erregungsablauf vollständig kontrolliert. Der Sinusknoten ist ein Komplex von Nervenzellen, der in den Vorhöfen des Herzens liegt. Darunter folgen jeweils abgestuft der so genannte Atrio-ventrikular-Knoten, auch AV-Knoten genannt, und über weitere spezifische Bahnen schließlich das Herzkammergewebe, welches ebenfalls in der Lage ist, die Muskulatur zu einer Kontraktion zu veranlassen (Ventrikelebene). Die Zentren können jeweils eine unterschiedlich schnelle Schlagfolge des Herzens vorgeben. Untergeordnete Zentren werden nur aktiv, wenn das übergeordnete Zentrum in seiner Funktion ausfällt. Störungen der Erregungsleitung können auf jeder dieser Ebenen auftreten.
Einteilung der Herzrhythmusstörungen:
Die Einteilung richtet sich zunächst einmal nach der Höhe, in der das Reizleitungssystem betroffen ist. Dabei können schnelle (tachycarde) von langsamen (bradycarden) Störungen unterschieden werden. Ferner können Herzrhythmusstörungen darauf beruhen, dass wie bereits geschildert, übergeordnete Zentren ausfallen, oder aber so genannte ektope Zentren die Kontrolle an sich ziehen. Gemeint sind damit „Wucherungen“ des Reizleitungsgewebes die zu unkontrollierten Erregungsimpulsen führen, damit das etablierte System zumindest stören oder manchmal auch ausschalten.
Herzrhythmusstörungen werden also nach ihrem Entstehungsort
eingeteilt.
Hier nochmals schematisch dargestellt:
Sinusknoten (Vorhofebene) - AV-Knoten (Zwischenebene) - Herzkammern (Ventrikelebene)
Herzrhythmusstörungen werden unterteilt in ventrikuläre- und in supraventrikuläre Herzrhythmusstörungen. Also danach, ob sie unterhalb oder oberhalb der Ventrikelebene auftreten. Es interessiert ferner die Frage, ob sich ein eigener Ersatzrhythmus durchsetzt, oder nur einzelne Extraschläge den Grundrhythmus (Sinusknotenrhythmus) stören.
Ferner unterscheidet man zwischen Reizbildungsstörungen und
Reizleitungsstörungen auf diesen einzelnen Ebenen.
Dabei können die Herzrhythmusstörungen schneller (tachycard) oder
langsamer (bradycard) als die Sinusknotenfrequenz (ca. 60 bis
100 Schläge/Minute) sein.
Schließlich können Herzrhythmusstörungen permanent oder
intermittierend auftreten.
Sie merken, es wird immer komplizierter.
Glücklicherweise sind viele dieser Herzrhythmusstörungen im Alltag für den Patienten von untergeordneter Bedeutung und somit eher für den Spezialisten interessant.
Welche Beschwerden weisen auf Herzrhythmusstörungen hin?
Herzstolpern, Herzrasen, Engegefühl in der Brust, Lufthunger, Unruhe, plötzlich nachlassende körperliche Belastbarkeit, Benommenheit und vieles mehr können Ausdruck von Herzrhythmusstörungen sein.
Herzrhythmusstörungen: Wann wird es gefährlich?
Die Pumpleistung des Herzens wird von den Kammern (Ventrikeln) bewältigt. Ventrikuläre Herzrhythmusstörungen können die Kammerfüllung bzw. das Auswerfen des Blutes behindern und damit die Herzfunktion beeinträchtigen. Es handelt sich in diesen Fällen beispielsweise um Kammerflimmern oder –flattern, was tatsächlich einen akut lebensbedrohlichen Zustand darstellt Das Herz erreicht dabei Frequenzen weit über 200 Schläge pro Minute. Dies ist dem plötzlichen Herztod vergleichbar.
AV-Blöcke (Grad 1 bis 3) stören die Überleitung der Erregung vom Vorhof auf die Kammer und verursachen bradycarde Herzrhythmusstörungen was eine Eigenfrequenz der Herzkammer unter 40 Schlägen zur Folge haben kann (AV-Block 3. Grades-, dieser stellt eine Indikation zur Herzschritmacherimplantation dar).
Herzrhythmusstörungen: Was sollen wir tun?
Die Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zu entwickeln ohne eine entsprechende Vorerkrankung des Herzens zu haben ist glücklicherweise nicht so groß. Menschen mit bekannten Erkrankungen des Herzens sollten sich einer regelmäßigen ärztlichen Konsultation unterziehen. Dann wird sicherlich auch regelmäßig die Möglichkeit von bedrohlichen Herzrhythmusstörungen in Betracht gezogen.
Bei herzgesunden Menschen handelt es sich eher um weitgehend
harmlose Herzrhythmusstörungen, obwohl auch diese manchmal sehr
heftig empfunden werden.
Es geht auch hier darum, sich von der Harmlosigkeit der
Herzrhythmusstörungen zu überzeugen. Eine kardiologische
Basisdiagnostik (Echokardiographie, Langzeit-EKG und ggf.
Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer Schilddrüsenerkrankung) ist
meist völlig ausreichend.
Die Wicker-Klinik bietet Ihnen im Rahmen einer stationären Rehamaßnahme die Möglichkeit, sich diesbezüglich untersuchen zu lassen. Sollten Herzrhythmusstörungen vorliegen, werden wir mit Ihnen zusammen überlegen, wie diese Herzrhythmusstörungen einzuordnen sind und was zu tun ist. Natürlich können Sie auch unsere Selbstzahlerangebote nutzen, um auf diese Weise einen auf Sie zugeschnittenen individuellen Diagnostik- und Behandlungsplan zusammen zu stellen.
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit!
Ihr Team von der Wicker-Klinik, Bad Wildungen
Sekretariat Innere Medizin/Orthopädie
Frau Braun
Email braun@wicker-klinik.de
Telefon 0 5621 792-214
Fax 05621 792-692
zur Abteilung Innere
Medizin/Orthopädie

Chefarzt Dr. Y. Kabel
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Aktualisiert am 01.12.2010